Nachruf zum Tode von Sr. Luisa Chavarri
Mit großer Bestürzung haben wir erst vor 4 Wochen von der schweren Krankheit Sr. Luisas gehört. Nun erhalten wir die Nachricht, dass uns Sr. Luisa gestern, 12. März 2005, in die Ewigkeit vorausgegangen ist. Am 26. August wäre Sr. Luisa 53 Jahre alt geworden. Nun hat ein rastloses Leben im Einsatz für die Armen und Benachteiligten – vor allem der Kinder und Jugendlichen – bei Gott seine ewige Ruhe und wie wir glauben ewiges Leben gefunden.
Es ist noch nicht lange her, als uns in einem Brief der Hausoberin des Franziskane-rinnenkonventes in Cotoca, Sr. Almerina, die Nachricht von ihrer schweren Krankheit erreichte. Mutter Oberin berichtete darin, dass Sr. Luisa sich schon seit Herbst ver-gangenen Jahres in Peru aufhielt, um ihre Krankheit behandeln zu lassen. Da sich ihr Zustand aber nicht besserte, sondern immer besorgniserregender wurde, hat ihr Bruder, der in den Vereinigten Staaten lebt, sie zwecks besserer Behandlung in die Staaten geholt. Aber auch hier kam alle ärztliche Hilfe zu spät und war vergebens. Denn Sr. Luisa ist ihrer Krankheit – einem bösartigem Krebs – erlegen.
Kennengelernt haben wir Sr. Luisa bei einer Begegnungsfahrt im Jahre 1996. Dort erzählte sie uns von ihrem Traum „einer Schule für alle“. Auf dem Flughafen in Santa Cruz de la Sierra/Bolivien gab sie uns die Pläne für diese Schule in die Hände, „damit wir uns nicht vergessen und in Erinnerung bleiben“ wie sie damals sagte.
Ihr fester Glaube und ihre hoffnungsvolle Ausstrahlung steckten uns an und zog Kreise...
Beharrlich hat sie diese Pläne verfolgt, sodass schon 4 Jahre später - im Jubiläums-jahr 2000 - die ersten vier Klassenräume und ein Raum für den Kindergarten einge-weiht wurden und die ersten Kinder eine Privatschule besuchen konnten, gleich ob sie das Schulgeld bezahlen konnten oder nicht. Denn dank ihrer „Bausteine“, der zahlreichen Sponsoren, haben wir die Verwirklichung ihres Traumes unterstützen dürfen. In den vergangenen sieben Jahren konnte so über 300.000 € für den Schulbau investiert werden. Und gerade in diesem Jahr sind die letzten Räume fertiggestellt worden.
Die Vision einer Schule für alle hat sie geleitet und kein Widerstand konnte ihrer Beharrlichkeit standhalten. Den letzten Kampf gegen ihre Krankheit allerdings hat sie in dieser Welt nicht gewinnen können.
Wir sind dankbar, Sr. Luisa gekannt zu haben, und schätzen uns glücklich, dass wir dank ihrer Unterstützung mithelfen durften, die Vision von Sr. Luisa zu verwirklichen. Wie im letzten Weihnachtsbrief schon angekündigt, werden wir Sr. Luisas Werk fortsetzen und versuchen, eine berufliche Ausbildung an die Schule anzugliedern und den Jugendlichen eine weitere Grundlagen für ihre Zukunft vermitteln zu können.
Wir sind davon überzeugt, dass dies ihrem Willen entsprochen hätte, denn sie stand diesen Plänen sehr aufgeschlossen gegenüber.
Gott sei Dank haben die neue Hausoberin in Cotoca, Sr. Almerina und ihre Mitschwestern dies Erbe angenommen und so werden wir gemeinsam – in Cotoca und hier – weiterbauen, in ihrem Gedenken und unter Gottes Segen.
Wir glauben, dass Gott Sr. Luisa alles Gute, das sie getan hat, überreich vergelten wird, und dass sie bei ihm nun ausruhen darf von ihren unermüdlichen Einsatz und schließlich von ihren Leiden, von denen sie nie viel Aufhebens machte.
Diese Gewissheit tröstet uns und lässt uns in ihrem Sinne weiterarbeiten. Dabei hoffen wir auch weiterhin auf ihre Hilfe.
Im Gedenken an Sr. Luisa wollen wir am Sonntag, 10. April 2005 um 10.15 Uhr in der St. Bernward-Kirche, Pappeldamm 76, 38239 Salzgitter-Thiede/Steterburg ein Dank- und Auferstehungsamt halten, zu dem Sie alle herzlich eingeladen sind.
Dios acompagna nuestro camino – Gott begleite unseren Weg und Sr. Luisas Fürsprache bei Gott wird unser Werk gut gelingen lassen.
P. Ludger Wolfert, CSsR Bärbel Smarsli Thomas Fehst und Nils Oliva und Familie
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